Aus "Aus dem Leben eines Unmaskierten"

EIN KAPUTTER TYP
Neulich war Stalin, alias Sadam Hussein,
alias Slobodan Milosevich,
alias Holger Bretschneider bei mir zu Besuch.
Ich hatte ihn vor einigen Tagen während einer Privatlesung
auf einer Grillfete kennen gelernt.
Dort las ich Erotic-Poems und einige Stories,
quatschte anschließend mit „Stalin" und
er kaufte alle meine Bücher.
Ich signierte mit R.J.H.
Wir sprachen über Hitler, Gorbatschow, Honecker
und Neeli Cherkovski,
einigten uns schließlich darin, dass Claudia Cardinale
tolle Titten hat ( hatte ),
dass Bobbele-Becker in Wimbledon gewinnt
und dass der Meeraner Senf der Beste sei.
( „Stalin" stammt wie ich auch aus dem Osten )
„Stalin" trank bei mir ganz ordentlich. Er kippte
JA-BI-KO *, ich Extertaler Wasser und Pernod.
„Kumpel, deine Schreibe ist echt geil."
„Ehrlich?"
„Klar, Alter. Echt saustark."
Das musste ich mir in der knappen Stunde -zigmal anhören -
und dass er Anfang Juli mit irgendeiner Schlampe
nach Tuttlingen oder Donaueschingen
in den Urlaub fahren will.
Nach reichlich sechzig Minuten
war „Stalins" Pulle leer.
Zum Abschied umarmte er mich, drückte mir einen deftigen
Bruderkuss auf die Wange und stolperte nach unten
zu seinem grasgrünen fahrbaren Untersatz.
Er riss die Beifahrertür auf, zerrte eine Schaufensterpuppe
heraus, vergewaltigte sie, zeigte mir den Stinkefinger
und schrie: „Che Guevara, R.J.!"

Sollte dieser Typ wieder bei mir auftauchen,
alarmiere ich die Wasserschutzpolizei,
oder die Vorsitzende der GRAUEN PANTHER,
oder den Damenfrisör in Möllenbeck.
Der hat nämlich einen bissigen Köter im Salon liegen!
... auch wenn ich dadurch einen Fan verliere.
* JA-BI-KO = janz billiger Korn
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Nach einer guten Stunde wilden Fickens, setzt sich Veroniqiue an den Computer.
Ich packe von hinten ihre festen Titten und diktiere:

Überschrift in Großbuchstaben, Fettschrift:
DAS LEBEN EINES UNMASKIERTEN
Freizeile, Klammer auf, bitte versetzt schreiben:
( Ergänzung zur Biographie, die du am Ende des Buches findest )
Ich habe
einen schweren Autounfall, ein mittelschweres Erdbeben, einen saftigen Tornado,
den Hurrikan IRENE und
zwei Selbstmordversuche
überlebt.

Ich habe
bisher 11 Bücher geschrieben, in 11 Hauptwohnungen gelebt,
drei gescheiterte Ehen und
noch so allerhand Scheiß' hinter mich gebracht.

In Klammer:

( Aber ich bin weder Kinderficker noch kriminell geworden! )
Ausrufezeichen, Klammer zu.
Einmal bin ich um die Welt geflogen,
um meinen Horizont zu erweitern.
Da war viel Abenteuer und Lust dabei,
aber in Wahrheit war es eine Flucht vor mir selbst.

Der Lungenkrebs lässt mich in Ruhe,
weil vielleicht der Alk mein Bruder ist.
Die meisten Menschen lassen mich in Ruhe,
weil ich ein Eigenbrötler bin.

Nun folgt die Millenniumsfeier.

Was jetzt noch kommt,
werden schöne Zugaben sein
Heute bin ich 51 Jahre, 4 Monate und 13 Tage, alt.
Wenn meine Schreiberei auch noch nicht für den Literaturnobelpreis langt,
so soll man mir wenigstens
den bronzenen PENIS
überreichen.
Nun leckt mich am Arsch, ihr Flachwichser!
Lest meine Verse
und erkennt EUCH
selbst darin wieder.


TELEPATHIE
Hab eine Flasche
VERGESSEN
geköpft
um
der Einsamkeit zu entrinnen
Wollt ein Gedicht dir
ins Fenster legen
Blieb aber hängen
im Versfluss
bitterer Sorgen
Seh dich traurig
lächeln
glücklich
weinen
Weiß selbst nicht
ob Nacht, ob Tag
weiß nur,
es wird wieder
hast du
gesagt

So einfach ist
DURCHHALTEN
wenn ich mit
deinen Worten
Staub
auf der Seele
zusammenkehre


ALS „FLEISCHBESCHAUER"

Nach dem Frühstück hab ich mir ein echt geiles Video reingezogen.
Die Weiber haben sich erst beschnuppert, befummelt und dann
geküßt.
Die eine trug ein oranges Jerseykleid.
( Orange ist meine Lieblingsfarbe )
Danach haben die sich mächtig ins Zeug gelegt
und alle Köstlichkeiten des Liebesspiels gezeigt.
Mein Ding in der Hose wurde immer größer,
ich habe meinen Kater ausgesperrt
und mich erst mal erleichtert.

Dann sagte eine Stimme im Radio,
dass es heute über 30 Grad heiß würde,
und ich bin gleich runter an unseren See gefahren,
hab' meinen noch erhitzten Körper ins Wasser getaucht
und einem Bussard zugesehen,
der im blauen Himmel seine Kreise zog.
Das war ein strammer Bursche da oben,
irgendwann drehte der ab
und flog in Richtung Porta Westfalica.

Die Strandwiese füllte sich zusehends mit nacktem Fleisch.
Neben mir, nur eine Badehandtuchlänge weiter,
räckelten sich zwei weizenblonde in der Sonne.
Natürlich oben ohne.
Ich aß ein paar Süßkirschen und dachte,
was wohl jetzt der BUKOWSKI mit ihnen angestellt hätte?
Die Titten der Girls waren noch straff
und unterm Arm waren sie rasiert.

Plötzlich tippte mir jemand auf die Schulter:
„Sie sind so schön braun. Verkaufen Sie mir ihre Sonnenmilch?"

Es war ein hagerer, blasser Typ mit einem Seemannsgrabanhänger
und dunkler Sonnenbrille.
Für ein 5-Mark-Stück überließ ich ihm meine Sonnenmilch,
nicht aber die beiden Blondinen,
mit denen ich am späten Nachmittag
weit hinaus in den See geschwommen bin...


ETWA EIFERSÜCHTIG ?
1
Schräg gegenüber von mir arbeitet eine Ische.
Sie absolviert ihr Praktikum und
will mal Technische Zeichnerin werden.
Sie ist noch blutjung, braungelockt, und ihr strammer Arsch
steckt,
genau wie der meine,
in einem Blaumann.
Manchmal, in einer Feilpause,
knaubelt sie an ihren Fingernägeln,
schnalzt mit der Zunge oder
wirft mir geile Blicke rüber.
Da verstecke ich mich hinter meinem Schweißschirm,
schweiße wie ein Kaputter,
doch könnte sie dabei glatt auf der Anreißplatte
„vergewohltätigen".

Sehe ich dann wieder hoch,
hängen ihre Mundwinkel -
wahrscheinlich hat sie sich beim Anreißen vertan.
Dann lache ich ihr freundlich zu,
und irgendwie geht es dann uns beiden besser.
2
Eben hat mir Magda einen mit der Hand runtergeholt,
und ich habe ihr den Saft auf die Titten gespritzt.
Sie „kann heute nicht" und ich
will bei ihr kein Matrose im Roten Meer sein.
Ich hatte ihr das Drumherum von der Jungen
auf Arbeit erzählt.
Erst hat sie nur gelangweilt zugehört,
mir dann Fragen gestellt,
und sich dann schließlich verweigert -
oder auch nicht.
3
Nun sitze ich konfuser alter Mann in meinem Schaukelstuhl,
höre überlaut Hard-Rock und stiere auf die vielen Buchrücken,
welche mit geilem Inhalt sind auch dabei.
Manche Schriftsteller/innen sind ja unglaubliche Phantasten!
Entweder holen die sich ihre Anleitung aus Beate Uhses Videothek,
oder sie sind Mitglied im Ballettverein.
Bei mir spielt sich alles auf dem Ranzenberg ab,
nur wenn ich keine habe,
dann bin ich eifersüchtig,
eifersüchtig
auf die Ehekrüppel,
die Männer mit Frauen,
die Frauen mit den Männern,
den Hahn mit den Hennen,
die Hennen mit dem Hahn,
auf das Maschinengewehr mit vollem Magazin,
das volle Magazin mit dem Maschinengewehr.

Dann bleiben mir nur
meine beiden Hände
und im Küchenschrank vielleicht
einige volle Pullen Wein...


DIE JOURNALISTIN
traf erst mit fünfzehn Minuten Verspätung
bei mir ein.
Zum Glück, hatte ich die Kaffeemaschine noch nicht angestellt.
Der Tisch war schon gedeckt und unsere Tassen standen nebeneinander.
Das heißt,
wir sollten uns auch
nebeneinander
platzieren.
Sie aber nahm sich geschwind meinen Schreibtischstuhl
und setzte sich auf die andere Seite.

Die Journalistin war sehr jung, mit Klasse-Kurven
und gewellten langen Haar.
Eigentlich wollten wir über mein neues Buch sprechen,
aber sie langweilte mich mit meiner Biographie
und konfusen erotischen Geschwafel.
Dann schoß sie einige Fotos
und hetzte zum nächsten Termin.

Nun lese ich im Pressebericht:
„Das seltsame Leben des Autors.../ Hochers Stil
strotzt nur so von Kraftausdrücken.../ angeblich alles selbst erlebt...
...will anders sein..."

Ach, liebes Mädchen!
Hättest du dir mehr Zeit genommen,
vorher mal in meinen Büchern geblättert,
mir aufmerksamer zugehört
und dann deinen Schal abgelegt,
meinen derzeit unrasierten Schwanz massiert
und mit mir kräftig gefickt,
wäre deine Rezension bestimmt nicht so oberflächlich
ausgefallen.

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