Aus "Einem Löwen leckt man nicht die Eier"

DIE HEXE IM RANZENBERGHAUS oder MITTERNÄCHTENS
Wir hatten es gemacht. Mehrmals, gut und ausdauernd.
Die Hexe lag neben mir und ich kraulte ihren Hals. Sie stöhnte noch. Ihr Haar war leicht schwitzig, doch sie roch samtig. Sie roch, wie eben frischgefickte Hexen riechen. Die letzte Nummer war Ekstase gewesen.
Dann holte sie Zigaretten. Wir rauchten.
Ich sah auf den schwarzen Schrank. Mein Koffer war noch leer, aber das nächste Reiseziel stand schon fest.
Mir fiel etwas Asche auf die behaarte Brust. Angesengtes Brusthaar stinkt wie bei der Pferdebehufung. Ich nahm vorsichtig die Asche und angesengtes „Horn" auf ein Stück Papier und strich mit der Hand den Rest weg.
Zwischen den Zügen tauschten wir Küsse. Klar schmeckten ihre Küsse rauchig. Geräucherter Aal schmeckt auch besser als grüner, mir jedenfalls.
Ich drückte die Hexe ganz fest an mich. Untenherum waren wir spermaverklebt.
Mein kleiner Kopf hatte genug gearbeitet, nun sollte der Große dran sein.
Erst dachte ich, es wäre der Wind, welcher die halbe-Meter-Gardine hin und herschaukelte. Es war nicht der Wind. Auch das Grün der Hydropflanzen bebte.
Mein Blick fiel wieder auf den Koffer. Zwangsläufig musste ich auf den Koffer starren. Ob wir eines Tages mal gemeinsam urlauben würden?
Sie schmiegte sich noch fester an mich und kroch tiefer in den verschwitzten, goldnen Satin. Sie lächelte sanft.
Ich mochte die Hexe. Ob sie mich auch mochte? Das Gefühlsleben meiner Hexe war schwer durchschaubar. Wie eben Hexen so sind: Mal so und mal so, aber lieb im Bett.
Welches verhexte Spiel trieb sie mit mir?
Plötzlich zuckte sie zusammen. Sie schrie:„ Schau dort! Da ist ein Gesicht!"
„Kann gar nicht sein, Baby. Unsere Kiste ist doch oben!"
Trotzdem sah ich wiederholt auf die wedelnden Gardinen und erkannte dahinter tatsächlich ein Gesicht. Es war eine riesige vernarbte Fratze. Wir starrten uns an.
„Das gibt's überhaupt nicht!," sagte ich, und von meiner Hexe war nichts mehr zu sehen. Sie hatte sich die Bettwäsche über den Kopf gezogen.
Mir wurde es etwas mulmig im Bauch. Eine große, fette Nase rieb sich an meinem kleinen Mittelfenster platt. Aus einem breiten Mund mit verfaulten gelben Zähnen blies kalte Luft.
„Hast du 'ne Knarre?," hauchte ganz leise die Hexe.
„Ja, aber bloß ein Luftgewehr. Das liegt unter deinem Bett."
„Ich traue mich aber nicht es dir zu geben."
„Ich auch nicht." Und so kuschelten wir uns ganz eng aneinander und harrten der Dinge, die vielleicht noch folgen sollten.
Sollte uns tatsächlich ein Riese beim Vögeln beobachtet haben?
Aber Riesen waren doch längst out. In der Schneiderleinzeit, ja, da hat es welche gegeben, aber der Tapfere hat doch sieben auf einen Streich erschlagen. Fliegen.
Wir schlichen uns ins Wohnzimmer und ich ratterte ganz schnell beide Jalousinen nach unten. Auf dem Fußboden verstreut lagen unsere Klamotten. Ihr stahlblauer Schlüpfer verdeckte ein Weinglas und ihr BH hing mit dem Verschluß in der Blumenvase.
Sommerblumen.
Unter uns hustete meine Vermieterin einen trockenen Marlboro-Husten. Ist der Riese etwa mit seinem Knie an ihr Fenster gekommen und hat sie dadurch aufgeweckt?
Als die Hexe am späten Abend bei mir eingetrutelt war, hatten wir es schon einmal getrieben. Wie immer: Wild, chaotisch, voller Lust. Lust auf Liebe.
Ich habe es ihr besorgt. Bestens.
Hab sie erst im Stehen genommen und dann mit dem Arsch auf den schmalen Heizkörper gesetzt. Sie hat mir dabei meinen Lieblingskaktus vom Fenstersims gezerrt. Wenigstens blieb der Übertopf heile.
Unsere Halsketten hatten sich dabei so fest verknotet, dass ich dachte, wir könnten uns nie zwangsläufig mehr verlieren.
Danach kamen wir irgendwie auf Literatur, Urlaub und andere Dinge zu sprechen, dann legte ich eine Videokasette in. Es war der Film von einer Dichterlesung in meinem Heimatdorf.
Da stand ich also: Beschlipst und beleibt vor dem Auditorium und las Geschichten aus meinem ersten Leben. Die Lesung war damals im März gewesen.
Ab und an hatte jemand gehustet. Alte Freunde hatte ich wieder erkannt. Ich hatte Zugaben geben müssen, Blumen bekommen, die Leute hatten geklatscht.
Künstler leben nun einmal vom Applaus, nur Dichter von der Liebe. Deshalb ist auch des öfteren mein Kühlschrank leer.
Damals war ich darauf sehr stolz gewesen, doch damals habe ich gerade mal das Wort Scheiße richtig schreiben können.
Meine Bücher verkaufen sich nämlich saumiserabel!
Schwamm drüber.

Na gut. Die Hexe will also in den Urlaub fliegen. Mit einem Airbus, der nicht so sehr schaukelt. Es soll ja bloß für eine Woche sein. Sie wird sich dort vielleicht an irgendeinen Pool sonnen und von vielen geilen Blicken gefressen werden.
Die Hexe soll sich aber reichlich überlegen, welches Spiel sie mit mir treibt. Ob sie wenigstens an mich denken wird? Wenn ich an sie denke, bekomme ich gleich einen Steifen.
Nur jetzt beim Schreiben nicht, da spule ich mein Pensum ganz locker herunter.
Neulich fragten mich ein paar Zeitungsleute, wieviel ich so am Tag schriebe. Das läßt sich nicht in Stunden berechnen. Eigentlich schreibe ich sechsundzwanzig Stunden am Tag.
Zuerst entsteht was im Kopf, dann werden Notizen gemacht und abends wird der Text in den Computer gehämmert. Bei Stories verfahre ich meist so, nur Poems benötigen längere Zeit. Da arbeite ich an manchen Gedichten wochenlang und bekomme anschließend von meiner Kölner Lektorin trotzdem noch Senf aufs Brot. Nichts ist perfekt, aber irgendwann muss ja jeder Künstler mal seine Kunst loslassen.
( Vielleicht verkauft sich dieses Buch ausnahmsweise mal wie ein Sylvesterkarpfen? )
C' est la vie.

In der Zeit, in der die Hexe im Süden urlaubt, werde ich viele Seiten Papier beschmieren. Ich breche dann später auf. Fliege ins Land der durstigen Söhne und großen Saga-Dichter um mich zu sammeln, denn:
ICHHABNOCHTAUSENDTRÄUME.
„Du Hocker, du bist so lieb" und schon zerrt sie wieder an der schweren Indianer-Schnalle meines Gürtels.
„Warum sagst du immer wech statt weg? Deshalb kannst du wohl auch nicht Hocher sagen?"
Wir lachen, dann nimmt die Hexe das Ruserle mit der roten Kerze und spaziert mit ihm splitternackt über den gefliesten Flur ins Schlafzimmer.
„Wie soll ich denn jetzt nach Hause kommen, wenn draußen der Riese steht?"
Ich steige barfuß in meinen knallgelben Schlafanzug, dann schleichen wir ganz leise die Treppen runter.
„Wart hier, Baby."
Ihr fröstelt. Vielleicht ist es auch ein Zittern.
Ich gehe in das Nebengebäude und zerre zwei Mülltonnen heraus. Das Licht flackert. Unser Bewegungsmelder ist nicht richtig eingestellt. Da ich nur Sandalen trage, latsche ich auf dem Hof in eine Pfütze.
„Shit!"
An der Hausecke stelle ich die Mülltonnen nebeneinander und winke ihr, dass sie ja am Eingang stehen bleiben soll. Dann schubse ich beide Tonnen kräftig die Einfahrt hinunter.
Die Tonnen scheppern und poltern gewaltig. Leere Tonnen poltern immer besser als volle. Die letzte Leerung liegt erst einen Tag zurück. Irgendwo ganz unten schlagen die Mülltonnen zusammen. Von oben sieht es aus, als küssten die sich. Dann brechen die Tonnen in das gegenüberliegende Weizenfeld und sind wech.
Des Nachbars Hund, ich hab ihn Alfred getauft, kläfft.
Ganz vorsichtig luge ich um die Hausecke. Vom Riesen keine Spur.
Dieser Höllenlärm hat ihn anscheinend verscheucht.
„Hi Baby, komm," dann fährt die Hexe wech.

Ich gehe wieder nach oben, rauche 'ne Lunte, saufe den restlichen Chianti aus der Pulle und lese noch zwei Gedichte von einem, der vom 8.Stockwerk aus dem Fenster sprang.

ZWISCHEN DEN ADVENTEN
oder
DER ORGASMUS EINER HEXE
Draußen liegt Schnee und auf meiner Schreibtischlampe Staub. Buben und Mädchen rodeln auf der Kuhwiese vor dem Fenster. Sie lärmen. Ich sehe ihnen eine ganze Weile zu, lege eine Tschaikowski-CD in den Player und lese einige Gedichte von Gerald Locklin.
Locklin schreibt sehr abartig, in rüdem Jargon. Ich kann mich aber mit seiner Sprache identifizieren, weil er die Misthaufen des Lebens nicht nur bedichtet, sondern auch darin herum wühlt. Locklin schreibt eben echt derb.
Ein Junge aus dem Rudel der Schlittenfahrer kommt langsam auf unser Haus zu. Da er immer näher herankommt und ich ihn nicht mehr sehen kann, beuge ich mich über den Computer und sehe nach unten. Der Bengel steht breitbeinig vor unseren Maschendrahtzaun, holt sein Ding aus der Hose und pisst gelb in den weißen Schnee. Ein Mädchen mit einer Pudelmütze zeigt auf ihn. Die Meute lacht. Ich hämmere an die Fensterscheibe. Erschrocken blickt er zu mir hoch.
„Hau ab, du Pisser!" Ob er es gehört hat, weiß ich nicht, jedenfalls ist es ihm sehr eilig, seinen Hosenstall zu zubekommen und wieder zu den anderen zurück zu traben.
Bei den Klängen von Tschaikowskis Piano Concerto No.1 lese ich:
„Und manchmal holte er ihn raus und wichste ihnen was vor."
Vielleicht wäre eine besinnlichere Lektüre um die Adventszeit angebrachter, ein Weihnachtsmärchen vielleicht, ein Reisebericht oder Ähnliches, doch ich habe seit einiger Zeit genug von dieser ganzen Kulturscheiße und ziehe halt Autoren vor, deren Gedichte nach Leben stinken. Das praktiziere ich nun schon seit ein paar Monaten und bin dabei mit mir im Reinen. Besonders einer von diesen amerikanischen Undergroundautoren hat es mir angetan, und von dem habe ich so ziemlich alles, was man ins Deutsche übersetzt hat. Doch über diesen Autor zu schreiben lohnt sich nicht, weil schon zu viele seine NÄHE gesucht haben. Mit Sicherheit wäre es ihm auch gar nicht recht. Jedenfalls ist er schon tot. Seit vier Jahren. Ich male in Großbuchstaben auf dem verstaubten Lampenschirm die ersten drei Buchstaben seines Namens: BUK.

Zwei, drei Pernod zum Mittwoch können nicht schaden.
„Mitte Weeken heißt, Titten bekiecken," laut einem Lippischen Sprichwort, doch danach ist mir heute nicht zumute.
Schon eine ganze Weile nicht mehr. Tagsüber hart malochen, dann saufen und Gedichte schreiben oder Außenseiterliteratur lesen.
In letzter Zeit habe ich mich etwas abgekapselt, lebe fast wie ein Eremit und dulde wirklich nur nahe Vertraute um mich. Gut. Hin und wieder gehe ich schon mal weg, wie letztens nach Lemgo auf den KLÄSCHEN, aber danach will ich auch gleich schnell wieder Heim in die eigenen vier Wände, denn hier fühle ich mich am wohlsten.
Wahrscheinlich habe ich schon zu viele Pleiten erlebt. Neulich erst wieder.
Beim Italiener in Rinteln lernte ich Beatrice kennen. Ein tolles Weib, doch schon beim Essen stellte ich fest, dass Beatrice nur einen großen Salatteller in sich reinschaufelte.
Wie sie mir dann auch später bestätigte, ist sie Vegetarierin. Schön, damit kann man wahrhaftig leben, doch dann zu Hause bei ihr kam der Hammer!
Beatrice ist absolute Katzennärrin und besitzt von diesen Spezies Haustier neun Stück.
Fünf Namen bringe ich noch zusammen: Peter, Morle, Mucky, „Frau Schönfelder" und Mäxchen. Wie die anderen heißen, spielt keine Rolle.
Eine „Frau Schönfelder" kenne ich zwar auch, doch die hat überhaupt nichts Katzenhaftes an sich. Die ist eher eine rassige Vollblutstute, denn die strampelt und wiehert beim Vögeln wie ein Appaloosa.
Jedenfalls machte ich es mir bei Beatrice gleich in einem großen gemütlichen Sessel bequem.
Sie war in der Küche, holte Gläser und Wein und als sie wieder im Wohnzimmer auftauchte, fauchte sie mich gleich an:
„Das ist eigentlich Muckys Lieblingsplatz!"
Gut. Ich räumte das Feld, schob zwei Kissen ein Stück weiter und quetschte mich in die Couchecke.
„Bitte sei so lieb, und setze dich in die Mitte. Hier liegt eigentlich immer nur Mäxchen."
Ich rutschte in die Mitte und es dauerte nicht allzu lange, da waren drei andere Viecher auf der Couch und um mich herum.
Wer weiß, wessen Platz ich nun wieder beanspruchte.
Irgendwo stand eine Fußbank. Ich setzte mich also drauf und holte meine Zigaretten aus der Brusttasche. Beatrice atmete hörbar und tief ein. Sie brauchte ihren Mund gar nicht aufzumachen: Ich wußte sofort Bescheid.
Ehrlich, das war's mal wieder...

Mein Telefon klingelt.
„Ja."
„Hi, wie geht's denn so?"
„Beim letzten Mal ging's noch. Und dir?"
„Ach, weißt du. Ich bin derzeit so depressiv und..."
„Was und? Dann sauf' doch wieder mal 'nen Richtigen."
Sie lacht und ich lache mit, denn seit Sommer hat sie sich nicht mehr bei mir gemeldet.
Es ist die HEXE.
Es entspinnt sich die übliche Konservation, die man so führt, wenn man sich so lange nicht mehr gesehen, bzw. gehört hat.
Die Hexe fühlt sich danach wieder etwas wohler, jedenfalls kommt es so herüber und dann raunt sie in den Hörer: „Du, ich will dir ein Geheimnis anvertrauen."
„Ich höre."
„Hocher, ich habe ein Buch geschrieben."
Auch das noch! Ich atme ganz tief durch. Im Sommer hat sie sich noch als Bandsängerin bei einer Rockgruppe versucht und nun schreibt sie also ein Buch.
„Ich habe aber bisher nur Absagen bekommen und zwei Verlage lassen mich schon seit Oktober hängen."
„Hast du überhaupt Rückporto reingelegt?"
„Nein. Danke für den Tipp."
„Kann ich dir sonst irgendwie helfen? Ich habe den neuesten Frankfurter Buchmessekatalog mit sämtlichen Verlagen da."
„Ja gerne. Ich melde mich mal wieder."
Ich gehe zu meiner Vermieterin runter und bezahle die fällige Dezembermiete.
Auch heute bleibt es nicht nur beim Scheine hinlegen, denn ihr neuer Partner, ach, der ist ja auch schon seit dem Sommer hier!, holt aus dem Keller Bügelflaschenbier und wir halten unser übliches Schwätzchen. Das sind echt nette Leute. Endlich mal welche, die nicht so verklemmt sind und über jeden noch so kleinen menschlichen Ausrutscher tagelang tratschen.
„Sie soffen zusammen bis zum frühen Morgen" schreibt Locklin in seinem Ohne-Moral- Gedicht, doch ganz so lange wird es bei uns dieses Mal nicht, denn schließlich kräht für uns drei am nächsten Tag in aller Frühe der Hahn.
Die Tage verstreichen, der vierte Advent ist ausgesungen und wieder wird es Mittwoch. Telefonisch hat sie sich angemeldet. Ich habe inzwischen den Staub von der Lampe gewischt und der Schnee ist geschmolzen, als mein Türgong mir sagt, dass die Hexe unten steht. Genau wie damals im Sommer: Ohne Schminke, in Jeanskleidung ( drei Knöpfe an der Bluse trägt sie offen ), in der einen Hand einen dicken Papierstapel und in der anderen eine Flasche Rotwein.
Sie hält mir flüchtig die Wange hin, lacht, und, sie weiß ja, wie sie zu laufen hat.
Schön ist sie, hat noch etwas Farbe vom Sommer und trägt kein Regentagegesicht.
Ich gieße uns die Gläser mit ihrem Lieblingssekt voll und mir wird ganz heiß. Sie sieht wohl, wie es in meiner Hose aussieht.
„Baby, woll'n wir nicht erst mal ficken und danach über deine Schreibe quatschen?"
„Ich habe dir beim letzten Mal gesagt, dass ich nichts mehr für dich empfinde und dabei sollten wir es belassen. Wenn du mich drängelst, haue ich gleich wieder ab."
„Okay, okay."
So ein verklemmtes Luder!
„Aber irgendwie irritiert mich deine Anwesenheit. Du bist so verdammt sexy. Sorry. Eigentlich wollte ich ja ganz cool bleiben, aber mir ist echt danach. Das soll keineswegs Erpressung sein."
Sie sieht mich an und ich denke: Gleich packt sie wieder ihren Kram ein und verschwindet.
„Pass mal auf, Baby. Einverstanden. Wir ficken nicht. Aber ich gehe mal kurz raus und hole mir einen runter. Danach geht es mir dann bestimmt besser. Okay?"
Sie leckt sich mit der Zunge die Oberlippe nass, steckt sich eine WEST an, aber bleibt auf meiner Ledercouch hocken.
„Du brauchst nicht rauszugehen, wenn du dir einen runter holen willst. Mach's dir doch hier. Ich will dabei zusehen."
„Gut, wie du meinst."
Ich stehe also auf, ziehe mir die Jeans runter, fange an, aber es macht sich nicht gut in dem Schaukelstuhl. Die Schrauben sind locker, es quietscht und wackelt mir zu sehr.
„Lass' mich zu dir auf die Couch setzen."
Und in ihrer Nähe kommt es mir dann wirklich ganz schnell. Das Zeug spritzt ins Taschentuch und ich denke: Was hab' ich denn jetzt bloß Perverses getrieben?
Ich gehe verschämt ins Bad und dusche. So ein teuflisches Weib!
Was hat die mich wieder verhext?
Na ja. Wenn sie eben nicht will, muss man selber Hand anlegen. Jedenfalls ist nun mein Gemüt abgekühlt und ich gehe wieder ins Wohnzimmer.
Da haut's doch dem Fass den Boden durch!
Auf dem Fenstersims leuchten die Kerzen des Schwibbogens und auch noch andere Kerzen hat sie angezündet. Es duftet nach Weihrauch. Aus dem Radio dudelt klassische Musik und auf dem graumelierten Teppichboden liegt die Hexe. Fast splitternackt!
Sie trägt nur ihr Jeanshemd, aber offen.
„Setz' dich neben den Schrank. Ich hab' dir vorhin zugesehen und es hat mir echt Spass gemacht. Nun mache ich es für dich und für mich."
Ich räume den Nußknacker weg, setze mich zwischen Tür und Schrank und sehe sie an.
Sie ist bildschön und streichelt sich ihre Brüste. Danach spreizt sie langsam ihre Beine. Sie zieht ihr Hemd noch ein bißchen höher und bietet mir ihr Geschlecht vollständig dar. Mir wird ganz heiß. Ich betrachte es lange und feierlich. Die Hexe merkt anscheinend, wie sich in mir die Ungeduld staut. Mit zwei Fingern öffnet sie ihre Schamlippen, zunächst kaum merklich, doch dann ganz weit. Dabei hebt sie leicht ihre Gesäßbacken. Ich sehe den rosigen und runden Eingang ihrer Scheide und darüber ihre Klitoris. Sie berührt diese mit ihrer Hand und lenkt darauf meine ganze Aufmerksamkeit. Immer heftiger spielt sie nun mit ihrer Hand an der Klitoris und versucht, die Zuckungen, die sich ihres Körpers bemächtigen, einzudämmen. Allzu lange ist sie dazu aber nicht fähig. Die Hexe schließt ihre Augen, kommt zum Höhepunkt und ein leiser, klagender Laut entfährt ihrem Mund. Doch das ist noch nicht alles! Sofort hat sie sich wieder unter Kontrolle, spreizt ihre Beine noch weiter auseinander und ihr Mittelfinger gleitet in die Vagina, die im gedämpften Kerzenlicht feucht aufglänzt. Behutsam steckt sie ihn ganz hinein, zieht ihn wieder heraus und ihre Bewegungen werden immer drängender.
Ihr zweiter Orgasmus ist noch viel schöner als ihr erster und sie gibt sich ihren Gefühlen völlig hin. Sie bietet mir ein Spiel voller Lust.
Dann zieht sie ihren Mittelfinger heraus und leckt ihn genießerisch ab. Ihr Gesichtsausdruck verrät keinerlei Skrupel.
„Das hat mir unglaublich gut gefallen, aber noch lieber hätte ich dich auf mir gehabt!" spende ich ihr Beifall.
Die Hexe lächelt und lehnt sich dabei zurück. Auf dem Teppichboden glänzt ihr kleiner dunkler Orgasmusfleck. Sie will ihn mit dem Slip wegwischen.
„Lass' doch, den hebe ich auf!"
„Wozu denn das?"
"Uno momento, Baby."
Ich gehe in die Küche, hole den Deckel eines Topfes und ein scharfes Messer. Lege den Deckel über den Fleck und schneide den etwa bierdeckelgroßen Fleck heraus.
„Dieses Exemplar kommt hinter Glas. Vielleicht kann ich das später mal als Kunst verkaufen."
„Du bist schon ein seltsamer Spinner!" aber sie hat nichts dagegen.
Nun habe ich also den ORGASMUS EINER HEXE gerahmt an meiner Wand hängen und im Teppichboden ein bierdeckelgroßes Loch.
Wie bringe ich das aber meiner Vermieterin bei?
Sage ich zu ihr: Das war ein Rotweinfleck, den habe ich nicht wegbekommen, könnte sie antworten:
„Da hättest du nur Salz draufstreuen müssen."
Sage ich zu ihr, dass das ein Brandfleck war, denkt sie vielleicht, das ich in meinem ab und an besoffenen Zustand mal das Haus abfackeln könnte. Wie bringe ich das mit dem Fleck also für uns beide schonend bei?
Bis über die Feiertage werde ich erst mal einen Kaktus drauf stellen und danach wird mir bzw. uns, dann schon noch etwas einfallen.
Zum Manuskriptlesen sind wir ja eh nicht mehr gekommen, zumal das ja der eigentliche Anlass des Hexenbesuches war...
==============================================

weiter           zurück